Im neuen Jahr haben sie Hochkonjunktur: die guten Vorsätze. Leider bleibt es viel zu oft bei Vorsätzen und die wenigsten werden zu erreichten Zielen. Mit ein paar psychologischen Kniffen können wir uns selbst austricksen, um unsere guten Vorsätze für dieses Jahr endlich einzuhalten.​

Gute Vorsätze fürs neue Jahr zu fassen, hat eine lange Tradition und ist zum Jahreswechsel ein festes Ritual. Vor allem auf Silvesterpartys ist es fast schon Pflicht, sich irgendeinen guten Vorsatz zu überlegen, da man früher oder später garantiert danach gefragt wird. Stress vermeiden, sich gesünder ernähren, mehr Sport treiben, abnehmen, das Rauchen aufhören, mehr Zeit für sich und die Familie haben – das ist das Standardrepertoire an Neujahrsvorsätzen, von denen man sich alle Jahre wieder einen aussuchen kann. Und jedes Jahr aufs Neue sind diese Vorsätze schnell wieder vergessen, spätestens sobald erste Hürden in der Umsetzung auftauchen. Denn die wenigsten machen sich bei ihren Neujahrsvorsätzen Gedanken darüber, wie sie umgesetzt werden können, welche Folgen ein Lebenswandel hat und wie man mit auftretenden Schwierigkeiten umgeht.
Hier drei hilfreiche Kniffe mit Erfolgsgarantie!

Kniff 1 Vorsätze öffentlich machen

Man sollte seine Vorsätze so öffentlich wie möglich machen, das heißt, möglichst vielen Leuten davon erzählen. So fällt das Schummeln nicht so leicht, zu dem uns der innere Schweinehund immer wieder verleiten möchte. Außerdem stärkt Rückhalt aus dem Freundes- und Verwandtenkreis die Motivation. Oder man geht noch einen Schritt weiter und trifft mit jemandem eine Vereinbarung. Diese sollte neben einer Belohnung für das Erreichen des gesteckten Ziels auch eine Strafe beinhalten, falls man seinen Vorsatz aufgibt.

Womöglich findet man sogar einen Verbündeten, mit dem man den guten Vorsatz gemeinsam durchziehen kann. Wenn man sich zum Beispiel zum gemeinsamen Training verabredet, lässt man es nicht so leichtfertig sausen, schließlich will man den anderen nicht enttäuschen. Dafür ist es jedoch wichtig, konkrete Termine auszumachen und sich nicht nur „irgendwann nächste Woche“ zu verabreden.

Kniff 2- Konkrete Ziele setzen

Überhaupt ist konkrete Planung ein Schlüssel zum Erfolg, wenn es um das Einhalten von Vorsätzen geht. Deswegen sind zu allgemein formulierte Neujahrsvorsätze wie „mehr Sport treiben“ von vornerein zum Scheitern verurteilt. Das Ziel muss ganz konkret formuliert werden. Beispielsweise: Ich gehe mindestens zweimal wöchentlich zum Training ins Fitnessstudio. Noch besser ist es, sich sogar schon einen Wochentag und eine Dauer für das Training vorzunehmen, wie z.B. jeden Dienstag und Freitag mindestens 30 Minuten Fitnesstraining. Auch einen Alternativtermin sollte man gleich mit einplanen, z.B. das Wochenende, sollte es in der Woche mal nicht klappen. Wer auf Nummer sicher gehen will, fixiert dieses Vorhaben schriftlich und trägt sich die Termine in den Kalender ein. Dadurch bekommen die Ziele eine Verbindlichkeit, was die Selbstkontrolle erleichtert.

Kniff 3 – Positiv formulieren und denken

Damit überhaupt genug Motivation vorhanden ist, etwas an den eigenen Verhaltensmustern zu ändern, ist es wichtig, Ziele immer positiv zu formulieren. Dazu gehört auch, auf Veränderungen statt auf Verbote zu setzen. Zum Beispiel „ich will nicht mehr so schnell aus der Puste kommen und mich fitter fühlen“ anstatt zu sagen „ich muss mehr Sport treiben“. Wenn die Formulierung schon impliziert, dass man das eigentlich gar nicht will, wird man sich auch nicht lange daran halten. Eine negative Haltung erstickt jede Motivation im Keim.
Dabei ist es auch hilfreich, sich immer wieder ins Bewusstsein zu rufen, wofür man das Ganze eigentlich macht und welche Vorteile man durch die Änderung des Lebensstils hat. Beispielsweise dass man dank Training mehr Energie im Alltag hat, sich kraftvoller und gesünder fühlt, weniger Rückenschmerzen hat, nicht mehr so leicht ins Schwitzen und aus der Puste kommt, beim Sport abschalten kann, Stress abbaut, mehr Zeit für sich hat und so weiter.

Hat man seinen guten Vorsatz doch einmal gebrochen, darf man sich deswegen nicht selbst fertig machen. Das führt nur dazu, dass man demotiviert ist und das Handtuch werfen will. Stattdessen sollte man sich denken „Jetzt erst recht!“ Jeder noch so kleine Schritt zählt und bringt einen näher ans Ziel.

Quelle: shape UP fitness 1/20
Abbildung: Milleflore Images / shutterstock.com